Deutschland

Gründe für die Auswanderung

Hunger, Armut, Kriege und Angst vor politischer und religiöser Verfolgung trieben Millionen von Menschen zur Auswanderung.

Für mehr als 7 Millionen deutsche und osteuropäische Auswanderer, sollte Bremerhaven der Beginn ihrer Reise in eine neue Welt werden. Vor ihnen lag eine ungewisse Zukunft in einem Land, dessen Sprache sie nicht beherrschten, dass ihnen jedoch die Freiheit versprach.

New York

Die wiederholten Missernten ab 1846 vor allem in Südwestdeutschland führten zur Schrittweisen Verarmung der Familien. Hinzu kam die übliche Realteilung des Erbes. Nach dem Tod des Vaters wurde der Hof jeweils in gleiche Teile auf die Erben aufgeteilt. Diese kleinen Ländereien konnten ihre Besitzer einfach nicht mehr ernähren. Nach der gescheiterten Revolution von 1848 fliehen auch viele Demokraten aus Deutschland in die Vereinigten Staaten, unter ihnen nicht wenige Intellektuelle. Ihr Fortgehen bedeutet einen großen Verlust, der die freiheitlichen Kräfte schwächt. Die massive Industrialisierung der 1880er Jahre, welche vielen Arbeitern ihre Anstellung kostete, löste dann einen wahren Auswanderungsboom aus, sodass zwischen 1846 und 1857 über eine Million Deutsche in die USA auswandern.

Die Explosion einer Dynamitladung im Winterpalast des Zaren in Sankt Petersburg im Februar 1880 und seine Ermordung im März 1881, führten zu anti-jüdischen Pogromen in Russland und zu einer gewaltigen jüdischen Auswanderungswelle aus Ost-Europa. Hinzu kamen die auch im Osten immer stärker wachsende Arbeitslosigkeit, aber auch Unzufriedenheit mit den sozialen und politischen Verhältnissen.

Waren es anfänglich meist Bauern und Landarbeiter steigt ab 1870 die Zahl der Handwerker und kleine Gewerbetreibende stetig an. Aufgrund der Industrialisierung sehen sie für sich und ihre Familie keine Zukunft mehr in der alten Heimat.

« Zurück:
Wohin & Woher
Weiter »:
Das Geschäft mit den Auswandern